Interview mit Renu Li

Senior-Lehrerin des Tao-Yoga-Systems (Universal Healing TAO)

Frage:

Du arbeitest jetzt seit vielen Jahren mit Tao-Yoga.
Was hat Dich an diesem System so überzeugt und was hat es für Dich bewirkt.

Renu Li:

 Als ich 1985 zum ersten Mal ein Seminar von Mantak Chia besuchte, als er vom Frankfurter Ring eingeladen wurde, befand ich mich schon einige Jahre auf der Suche nach Methoden zur Transformation und Bewusstwerdung. Dabei interessierte mich besonders die Arbeit mit dem Körper (div. Heil- und Massagetechniken). Meine ersten Schritte auf diesem Weg waren Ender der 70er Tai Chi Seminare mit JiaFu Feng und 1980 ein Shiatzu-Training in Indien. Das entwickelte sich sich dann mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin hier in Deutschland weiter, wo ich die Grundlagen der westlichen Medizin und den Umgang mit Menschen lernte, die noch nie das Wort Energie gehört hatten.

In meiner Arbeit in verschiedenen Krankenhäusern und zuletzt in einem neurologischen Rehabilitationszentrum wurde ich ständig damit konfrontiert, Menschen zu helfen, die sich nach meiner Behandlung zwar besser fühlten, aber sich meist nicht selbst zu helfen wussten. Diese Abhängigkeit vom Therapeuten frustrierte mich zutiefst. Genauso wie der ständige Umgang mit kranken Menschen in mir eine Alarmglocke schrillen ließ, dass ich selbst viel für mein eigenes Wohlbefinden tun muss, um in solch einer Umgebung nicht auch krank zu werden. So war ich ständig auf der Suche nach neuen Techniken und Methoden, mit denen ich mich und meine Patienten gesund halten konnte. Dann traf ich auf Mantak Chia und das Tao-Yoga. Ziemlich schnell erkannte ich, dass sich in diesem System alles fand, wonach ich immer gesucht hatte. Selbstheilung war für mich in meiner therapeutischen Tätigkeit dabei natürlich das Schlüsselwort. Im Prozess meiner eigenen Heilung und Bewusstwerdung konnte ich nun den Menschen, die hilfesuchend zu mir kamen viel mehr mitgeben als nur eine heilenden, wohltuende Berührung.

Präzise Übungen, die alleine ausgeführt werden können und dabei Heilung und Wohlbefinden mit sich bringen und auch die Möglichkeit für eine weitere spirituellen Entwicklung in sich tragen. Meine Übersetzertätigkeit für Meister Chia ermöglichte mir als Anfängerin eine besonders tiefe Auseinandersetzung mit den einzelnen Methoden und über die Jahre konnte ich immer sehr direkt, die ständigen Veränderungen und Wandlungen in der Präsentation dieser alten, wunderbaren Techniken erleben. Bis zum heutigen Tag ist keine Basiskurs mit Mantak Chia wie der andere. Ständig spürt er neue Möglichkeiten und Vereinfachungen in der Vermittlung auf.

Frage:

Du arbeitest auch sehr intensiv mit Frauen, wie wirken sich die Tao-Praktiken bei Deinen Schülerinnen aus, besonders im Bezug auf Gesundheit und Sexualität?

Renu Li:

Bei meiner Arbeit mit Frauen wird in mir wirkliche Begeisterung wach. Zu beobachten wie diese einfachen Übungen ungeahnte Energien wecken und in allen Frauen, auf ganz individuelle Weise, positive Veränderungen herbeiführen. Es gibt kleine Tricks die uns die Integration eines täglichen Übungsprogramms in meist schon sehr volles Leben, erleichtern und wirklich praktizierbar machen. Die Übungen werden zu einer Selbstverständlichkeit wie Zähneputzen und Händewaschen, die über den ganzen Tag verteilt ständig in unser Leben einfließen.

Eine kürzere, beschwerdefreie Menstruation ohne starkes PMS ist für viele Frauen ein sehr schnell zu erreichendes Ziel, genauso wie der Umgang mit Depressionen und Wallungen in der Menopause. Frauen dabei zu begleiten, den spielerischen und lustvollen Zugang zu ihrer Sexualkraft zu finden, ist für mich ein Geschenk Neben dem gesundheitlichen Nutzen der Übungen ist der bewusste Umgang mit der Sexualenergie für viele Frauen eine völlig neue Entdeckung. Es öffnen sich ungeahnte Möglichkeiten und die Auflösung von alten Mustern und Traumata wird erleichtert.

Die Heilung auf allen Ebenen ermöglicht das Aufblühen und die Entfaltung der uns innewohnenden Schönheit und Kraft, die ich bei den Frauen, die sich diese Methoden zu eigen machen, häufig beobachten kann. Durch eine "Sexualenergiedusche" erfrischt in eine wichtige Besprechung oder ein Vorstellungsgespräch zu gehen ist eine Erfahrung die viele Frauen nicht mehr aus ihrem Leben wegdenken können.

Eine Schülerin berichtete mir, dass Sie mit den Kollegen im Krankenhaus häufig Auseinandersetzungen hat. Bei einer der letzten Besprechungen, wo Sie als schwarzes Schaf hingestellt werden sollte, bereitete sie sich mit der Eierübung und der "Sexualenergiedusche" vor. In dieser Besprechung legte sie eine derartige Überzeugungskraft an den Tag, das alle Vorwürfe die Ihr gemacht werden sollten, hinfällig wurden und das ganze ein sehr harmonisches Ende fand.

Frage:

Wenn in der Partnerschaft nicht beide praktizieren, wie sollte damit umgegangen werden?

Renu Li:

Locker! Der Versuch zu missionieren oder Zwang auszuüben wären sicherlich ganz falsch. Meist wird von alleine Neugierde wach, was der andere da Neues entdeckt hat. Gleichzeitig entsteht durch das eigene verbesserte Wohlbefinden und die verstärkte Lebenskraft eine Anziehungskraft, die mit Sicherheit das Interesse des Partners wecken wird.

Der Austausch der Methoden der Heilenden Liebe in der Partnerschaft kann uns den Zugang zu einer tieferen und lustvolleren Sexualität öffnen. Problematisch kann es nur werden, wenn wir diese System, insbesondere die Sexualpraktiken über viele Jahre praktizieren und meistern und dann mit einem Partner zusammen sind der oder die nicht praktiziert.

Ein geübter Partner kann dem Anfänger in der Heilenden Liebe Energie entziehen, was auf Dauer für den ungeübten Partner negative Begleiterscheinungen haben kann. Es ist jedoch nicht schwer in einer aufgeschlossenen, liebevollen Partnerschaft die Techniken an den Partner weiterzugeben. Wobei ein vertiefendes Studium, mit Hilfe der Bücher oder der Seminare, dabei sehr anzuraten ist.

Das Interview wurde von Brita Dahlberg, Geschäftsführerin des frankfurter ring e.V. geführt

Seminarhinweis Heilende Liebe

YinTao für Frauen auf dem Weg